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leadDie Kleindenkmalpflege ist ein besonderes Anliegen des Landesverbandes der Heimat- und Trachtenvereinigungen OÖ. Am 15. August 2007 wurde im Ebelsberger Schlosspark eine neue Gedenkstätte gesegnet. Hier die Chronologie - von der Entstehung, der Zerstörung und der Restaurierung des Denkmals, das bis 2007 zwischen Bahn und Straße stand und in den Ebelsberger Schlosspark übersiedelt wurde.

Im Zuge der weiteren Nachforschungen bezüglich der seinerzeit im Jahre 1937 im Gedenken an den bei einem Verkehrsunfall verunglückten Georg Englaender erfolgten Errichtung der damals genannten Mariensäule wurde folgende neuen Details bekannt.

21.9.1936 (Ebelsberger Gemeindechronik):

Der Chemiker Georg Engländer und der Ingenieur Franz Herzl, beide aus Wien, verunglückten durch einen Autozusammenstoß tödlich an der Bundesstraße unweit des KM 10.4.

1937 (Eintrag in der Pfarrchronik Ebelsberg):

„Zwischen der Haltestelle Pichling und Ufer der Florianerbahn, wo 21. September 1936 zwei Autofahrer tötlich verunglückten, ist einem derselben, dem Georg Engländer, der in Strobl beerdigt worden ist, ein Marterl erstanden, das einen sehr guten Eindruck macht. Es ist vielleicht eine Überheblichkeit, wenn wir dieses Totenmal in Vergleich stellen mit der so schönen Dreifaltigkeitssäule mit Madonna auf dem Landwehrplatz (heute Bulgariplatz) in Linz mit seiner großartigen Anlage, aber auch unsere, auf einer schlanken Säule aus Granit stehende künstlerisch schöne Muttergottes mit dem Jesuskind fesselt und erfreut Herz und Auge. Wenn wir etwas bemängeln dürfen, so ist es die Wahl des Platzes zwischen Bahn und Straße. am Rande des Waldes oder auf der anderen Strassenseite stünde das Marterl entschieden eindrucksvoller“.

1985:

Etwa in diesem Jahr wurde dieses Kleindenkmal von Vandalen arg zugerichtet und die darin befindliche Madonna gestohlen. So dämmerte das demolierte Kleindenkmal vor sich hin, bis sich Mitarbeiter der damaligen Landesleitung unter Führung von Konsulent Hirz auf Anregung seines damaligen Stellvertreters Konsulent Fritz Hagendorf zu einer Renovierung aus Anlass des bevorstehenden Jubiläums „Landesverband der Heimat- und Trachtenvereinigungen – 40 Jahre im Dienste der Volkskultur“ zu einer Renovierung dieses kulturellen Schandfleckes entschlossen. Es ist mit den heute bekannten Tatsachen ein äußerst glücklicher Zufall im Zusammenhang mit der im Jahre 1987 erfolgten Erneuerung bzw. Renovierung dieses Kleindenkmales an der Wiener Bundesstrasse geglückt, weil wie auf Dokumentationsfoto erkennbar ist, fast haargenau die Version des 1937 errichteten Kleindenkmals getroffen wurde.

Die Segnung am 15. August 1987:

In umfangreichen Recherchen konnte buchstäblich im letzten Moment noch der Bruder des Verunglückten, Herr Franz Engländer aus Wien ausfindig gemacht werden, der mit Sohn und Schwiegertochter der Segnung und Gedenkmesse im Pfarrzentrum Pichling beiwohnte. Die Segnung der „Maria an der Straße“ wurde am Nachmittag durch Pfarrer Günther Türk im Beisein einer großen Schar von Mitgliedsvereinigungen mit Fahnen und Kirtabuschenabordnungen, sowie zahlreichen Ortsbewohnern vor. Für die musikalische Umrahmung sorgte eine Abordnung des Singkreises Pichling. Die im Anschluss an diese Segnung im Pfarrzentrum St. Paul zu Pichling im Beisein von vielen Abordnungen aus der oö. Trachtenbewegung gemeinsam gefeierte und von Pfarrer G. Türk zelebrierte Gedenkmesse ließ feierliche Stimmung aufkommen, die damals mit der erstmals in Pichling durchgeführten Kräuterweihe eine besondere Note erhielt.

In seinen Begrüßungsworten schilderte Landesobmannstv. Hagendorf nochmals die Beweggründe zu dieser Renovierung und hieß hiezu eine Reihe von Persönlichkeiten – unter ihnen Reg. Rat Ing. Hans Reisinger und den damaligen Obmann der Interessengemeinschaft zu Erhaltung von Ebelsberger Kleindenkmälern, den leider ebenfalls bereits verstorbenen Gemeinderat Peter Senn – sowie den Singkreis Pichling mit dem auch leider verstorbenen Johannes Paulmair an der Spitze, willkommen. 1997 Eine gründliche Renovierung im Jahre 1997 konnte die endgültige, umweltbedingte Zerstörung dieses Kleindenkmals an der stark befahrenen Bundesstrasse leider nicht verhindern.

Die Sandsteinmadonna verlor ihren lieblichen Ausdruck bis zur Unkenntlichkeit. Die Überlegung, was für die Zukunft geschehen soll, befasste wiederum die Landesverbandsleitung. Wiederum stand die Landesverbandsleitung vor dem Problem, wie könnte man sich dieses Kleinodes der so vielseitig im Land ähnlichen Gedenkstätten annehmen, ohne wiederum eine derartige Enttäuschung durch die Umwelteinflüsse zu erfahren.

Eine würdige Gedenkstätte entsteht im Ebelsberger Schlosspark

Es war eine Idee des Ehrenobmannes Josef Hirz, umzusetzen unter Führung von Ehrenmitglied des Landesverbandes Konsulent Fritz Hagendorf. Die erwähnten Umstände bewogen die Landesverbandsleitung zu einer neuen Entscheidung. Als ortsansässiger Mitarbeiter im Landesverband nahm Konsulent Fritz Hagendorf die Anregung von Ehrenobmann Konsulent Josef Hirz über eine allfällige Verlagerung in den Ebelsberger Schlosspark sofort auf und wurde auch mit der Umsetzung im Zusammenwirken mit weiteren Mitarbeitern betraut. Nach einigen Tagen der Überlegung kam durch den Besitzer des Schlosses Ebelsberg, Herrn Baron Llewellyn Kast die Einladung zu einem neuerlichen Kontaktgespräch, in dem er die Bereitschaft zur kostenlosen Überlassung des benötigten Grundstückes mit einer entsprechenden vertraglichen Absicherung bekannt gab.

Die ganz eindeutig geprägte Zusammenarbeit innerhalb des Landesverbandes ist durch die Bereitschaft zur Koordinierung der ganzen Vorbereitungsarbeiten durch den umsichtigen Landesverbandsobmannstellvertreter Rudolf Doppermann hervorzuheben. Hatte er doch gerade in dieser Entwicklungsphase immer wieder keine Mühe gescheut, um zu den einzelnen Arbeitseinsätzen seinen Beitrag zu leisten. Da die rechtlichen Unterlagen rasch geklärt waren, wurde zur Tat geschritten. Die finanzielle Absicherung des Projektes wurde in Angriff genommen und auch schon durch Förderungszusagen teilweise abgedeckt. Kontakte mit Steinbildhauer Günther Altmann und Kunstschmied Johannes Etzl wurden aufgenommen und die Aufträge erteilt.

Was bisher schon geschah – auch ein Beitrag zur Nachbarschaftshilfe

Mit einem persönlichen Freund von Fritz Hagendorf, Herrn Otto Lang, wurde die Abtragung des Eisengitters im Vorfeld der Gesamtabtragung vereinbart. Otto Lang, ein Praktiker, hatte mit seinem Sohn Martin den geplanten Arbeitseinsatz schon vorweggenommen und durch die organisierte Bereitstellung von einem Notstromaggregat die Abtrennung des Eisengitters rasch gelöst. Der Abtransport des Eisengitters war somit nur mehr eine Formsache. Ein beispielgebender Einsatz der Nachbarschaftshilfe war somit umgesetzt. Bei den Abtragungsarbeiten des bis zur Unkenntlichkeit durch Umweltschäden verwitterten Kleindenkmals war die Bereitstellung des Autokrans der freiwilligen Feuerwehr Raffelstetten und der persönliche Einsatz unseres Landesobmannes Josef Lichtenberger mit diesem Gerät eine wertvolle Hilfe.

Der Transport des Sockels zur Renovierung beim Bildhauer wurde wiederum durch Rudolf Doppermann unter Mithilfe seines Schwiegersohnes bewältigt. Der große Arbeitseinsatz… … begann am 23.5.2007 mit dem Beginn des Aushubes für den Zugang. Und wurde bereits nach zwei Tagen mit der Betonierung des Sockelstandortes samt Planierung und Rasensaat vorläufig abgeschlossen. Die tatkräftige Mithilfe der guten Seele der „Schlossverwaltung“ mit Herrn „Hassan“ und die kostenlose Bereitstellung des Traktors samt Anhänger durch den Schlossherrn für viele Transporte darf nicht unerwähnt bleiben. Der Höhepunkt dieser Aktion wurde mit dem Setzen der Madonna und des Eisengitters am erreicht.

Kleindenkmalpflege - Unser Anliegen

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Die Gedenkstätte im Ebelsberger Schlosspark wurde vom Landesverband der Heimat- und Trachtenvereinigungen Oberösterreichs aber auch als „Ehrenmal“ für unsere Vorgänger und Wegbereiter in der oö. Trachtenbewegung unter Einschluss der verstorbenen Mitglieder in den 

angeschlossenen Vereinen und Gruppen errichtet und soll damit zu einer Stätte des Gedenkens der Trachtenpioniere werden, weiterhin auch bleiben und damit zu einem deutlich sichtbaren Zeichen einer besonderen Würdigung geworden. Ein besonderer Beitrag zum Jubiläum 60 Jahre Landesverband der Heimat und Trachtenvereinigungen Oberösterreichs.

 

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