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Föderationsjugendlager 2019

„Gute Freunde kann niemand trennen, gute Freunde sind nie allein. Weil sie eines im Leben können – füreinander da zu sein.“ Genau unter diesem Motto stand das Föderationsjugendlager der Siebenbürger Sachsen in Österreich dieses Jahr. 

 Am 19. Juli trafen sich fünf Jugendliche aus Deutschland, fünf Jugendliche aus Österreich, fünf Jugendliche aus den USA und 8 Jugendliche aus Kanada in einer Jugendherberge in der Weltstadt Wien. Der erste Abend startete mit einem gemütlichen Kennenlernen, da die wenigsten sich bereits vorher schon einmal gesehen hatten. 

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Das Nicht-miteinander-vertraut-Sein sollte sich aber schnell ändern, denn beim Tanzen lernten wir uns schnell näher kennen. Der Plan der Siebenbürger Sachsen in Wien, allen das Tanzen beizubringen, hat letztendlich funktioniert. Wir lernten schon zu Beginn den „Neppendorfer Ländler“, die „Topporzer Kreuzpolka“ und die „Zigeuner-Polka“. Am Ende des Jugendlagers führten wir die Tänze einwandfrei vor. Dies überraschte und begeisterte vor allem jene Teilnehmer/-innen, die noch nie zuvor getanzt hatten. Die gemeinschaftliche Tanzerei und auch das gemeinsame Singen haben sich als große Leidenschaft unserer Gruppe herausgestellt, was uns sehr zusammengeschweißt hat. In Wien war das Programm generell sehr vielfältig, und trotz der enormen Hitze (knapp 40 °C) in jenen Tagen zogen wir jeden Programmpunkt durch. Wir besuchten den Wiener Prater, machten eine Stadtrundfahrt mit den „Hop on, hop off“-Bussen, interviewten die „Erlebnisgeneration“ in Wien, besichtigten die Burg Kreuzenstein, besuchten das Marillenfest in Spitz, bestaunten das Parlament, ließen uns vom Kriminalmuseum beeindrucken, nutzten unsere Freizeit zum Einkaufen und Eisessen und tanzten zwischendurch immer wieder die drei gelernten Volkstänze. Am letzten Tag hatten wir die Ehre, vom rumänischen Botschafter persönlich empfangen zu werden und ein kurzes Gespräch mit ihm zu führen. Nach einem Rundgang um das Schloss Belvedere ging es auch schon zurück in die Jugendherberge, wo all unsere Koffer in einen großen Bus geladen wurden und wir uns auf den Weg zur nächsten Station machten. 

Das zweite Ziel unserer Reise war Traun, wohin wir am 23. Juli fuhren. Dort angekommen, aßen wir alle gemeinsam und warteten auf unsere Gastfamilien, bei denen wir in den nächsten Tagen übernachteten und mit denen sich auch weitere Freundschaften ergaben. Langweilig war uns am Willkommensabend zwar nicht, aber die Motivation zum Tanzen war sehr groß. Somit begannen wir auf dem Rasen neben der Evangelischen Kirche Traun mit dem Erlernen eines Tanzes, den uns die Kanadier aus Kitchener, Ontario, beibrachten. Es war der Tanz zu dem Lied „Gute Freunde“. Mit diesem Tanz faszinierten die Kanadier einige der Teilnehmer/-innen schon beim Kulturaustausch 2016. Im weiteren Verlauf der Reise liebte und „verfluchte“ diesen Tanz jeder von uns, der beim Erlernen mitgemacht hatte, gleichermaßen. Der Takt ist sehr schnell, die Figuren sind teilweise kompliziert, und das Nachdenken bei 30 °C fällt nicht immer so leicht. 

In Traun hatten wir ein sehr entspanntes Programm, was uns allen nach den anstrengenden ersten Tagen entgegenkam. Wir kletterten im Hochseilgarten, badeten im Oedter See, gingen in Linz Pizza essen, durchwanderten die Dr.-Vogelgesang-Klamm und hatten einen wunderbaren Abschiedsabend auf der Jugendparty der Trauner Jugendtanzgruppe, an dem wir auch selbst lernten, Baumstriezel herzustellen, und diese als Wegzehrung mitnahmen. Die Party war eines der Highlights in diesen Tagen in Oberösterreich. Leider war nach zwei Tagen der Aufenthalt in Traun auch schon wieder vorbei. 

Am nächsten Morgen fuhren wir nach Wels. Dort besuchten wir die dort ansässige Tanzgruppe. Mit deren Mitgliedern waren wir erst im Museum der Burg Wels, dann auf der Sommerrodelbahn und dann am Gleinkersee zum Baden. Als letzten Programmpunkt des Tages bezogen wir unser Selbstversorgerhaus in Kirchham und erlernten auch noch das Schuhplatteln. Letzteres machte allen viel Spaß und stachelte unseren Ehrgeiz an, die Reihenfolge der Bewegungen möglichst gut zu beherrschen. In den nächsten Tagen machten wir von Kirchham aus verschiedene Ausflüge. Wir fuhren mit der Gondel auf die Katrin-Alm, und wer wollte, konnte dort noch wandern gehen. Wir machten eine Bootsrundfahrt auf dem Traunsee, besichtigten die Kaiservilla in Bad Ischl und aßen anschließend Kuchen im k. u. k. Café Zauner, auch ein Auto- und Flugzeugmuseum besuchten wir. An einem Abend waren wir bei der Tanzgruppe Vöcklabruck eingeladen. Dort verbrachten wir eine sehr lustige Zeit mit vielen einfachen Gemeinschaftstänzen, die schnell zu erlernen waren und auch für viel Spaß sorgten.

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Wir verlebten alle eine anregende Zeit in Kirchham, denn jeden Abend saßen wir noch zusammen, sangen, unterhielten uns und hatten viel Spaß. Kaum jemals zuvor hatten wir Gelegenheit, uns so gut kennenzulernen. Wir halfen alle mit bei der anfallenden Arbeit, und jeder war für jeden da, wenn es ihm einmal nicht so gut ging. Wir wurden eine große Gemeinschaft, die lernte, die Zeit miteinander sehr zu schätzen. 

Am 31. Juli ging es dann zur letzten Station unserer Reise. Wir fuhren nach Salzburg, wo uns als Erstes eine Besichtigung der Stiegl-Brauerei erwartete. Wir bekamen eine Führung und hinterher sogar eine kleine Kostprobe – sehr zu unser aller Freude. Die restlichen Tage verbrachten wir mit dem Besuch der Wasserspiele in Hellbrunn, beim Kegeln, in der Salzburger Innenstadt, am Höllerer See beim Kanufahren und im Hangar 7. Der Hangar 7 ist ein Parkplatz für die Flugzeuge und Autos vom Inhaber des Konzerns „Red Bull“. Wir hatten das Privileg, sowohl eine Führung zu bekommen als auch den Hangar 8 betreten zu dürfen, was nicht jedem ermöglicht wird.Am Freitagabend war dann auch schon unser letzter gemeinsamer Abend. Wir durften ihn für uns und die anwesenden Gäste selbst gestalten. Daher stellten wir uns alle noch einmal vor, erzählten von unseren Erlebnissen, zeigten die erlernten Tänze sowie ein selbst erstelltes Video unserer Reise, sagten Danke an alle Beteiligten, und zum Schluss zeigten wir allen noch den Tanz zu „Gute Freunde“, den wir gemeinsam erlernt hatten. Alles lief einwandfrei. Diese Reise bestand aus sehr viel Tanz und ebenso viel Spaß. Es gab viele, die am Anfang noch nie einen Discofox, eine Polka oder einen Walzer getanzt hatten, aber am Ende der Reise konnte jeder sagen, dass er es zumindest probiert hatte. Mit Blick auf das Endergebnis unserer Tänze können wir wohl zu Recht behaupten, dass die Tanzproben von Erfolg gekrönt waren. 

Wir hatten eine sehr, sehr schöne Zeit in Österreich und möchten uns noch einmal bei allen Helfern, Organisatoren und Teilnehmern für diese wundervollen, angenehmen und äußerst interessanten zwei Wochen bedanken! 


So viele Freundschaften in so kurzer Zeit zu knüpfen, wie es uns auf diesem Jugendlager gelungen ist, diese Möglichkeit gibt es sonst nirgends. Daher passte auch das Lied unseres letzten Tanzes so gut zu unserer Gemeinschaft, „denn gute Freunde kann niemand trennen“, auch nicht ein Ozean, der zwischen den einzelnen Kontinenten liegt. Irgendwann – und vielleicht sogar bald – sehen wir uns alle wieder, und darauf freuen wir uns schon jetzt. 

Hanna Roth und Bianca Probsdorfer

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