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wachsstoeckl2Heutzutage käme niemand mehr auf die Idee, zum Kirchgang eine Lampe mitzunehmen. Das war nicht immer so. Vor der Erfindung der Glühbirne spendeten ein paar Altarkerzen oft die einzige Helligkeit im Gottesdienstraum. Wer im Gebetbuch lesen wollte, musste sich schon selber abhelfen und ein kleines Licht mitbringen. Sparsam und leicht zu transportieren mussten die Kirchenlichter sein und auf einer Kirchenbank sicher stehen. Das Wachsstöckl passte genau für diesen Zweck.

Die schlanke Wachsschnur brannte praktisch restlos ab, das Stöckl passte in einen Kittelsack und es konnte durch den breiten Sockel auf einer Kirchenbank gut stehen. Hergestellt wurde und wird ein Wachsstöckl aus einer „Endloskerze“, einem etwa bleistiftdick mit Wachs ummantelten Docht, der leicht angewärmt und über ein kleines Holzbrettchen, eine „Seele“, gewickelt wird. Zum Gebrauch wurde jeweils ein Stück in der Größe einer Christbaumkerze vorsichtig aufgestellt und entzündet. Zum Lesen reichte das kleine Licht. Bei Kälte konnte es allerdings ganz schön „feigeln“, denn dann brach die Wachsschnur beim Aufbiegen leicht ab und blieb nicht stehen.

Wachsstöckl-Herstellerin in Kirchdorf am Inn

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Im Laufe der Zeit gerieten Wachsstöckl fast in Vergessenheit. Mittlerweile gibt es jedoch wieder Liebhaber/-innen der Kunstwerke. Eine davon ist Hermine Aigner aus Kirchdorf am Inn, die sich das Handwerk des Wachsstöckl-Herstellens selbst beibrachte. Mittlerweile ist sie Meisterin darin. Sie fertigt Wachsstöckl für Anlässe wie Taufe, Erstkommunion, Firmung oder Hochzeit, aber auch für viele andere Gelegenheiten. Die kleinen Preziosen, liebevoll in mit Papierspitzen ausgefütterten Schachteln verpackt, erfreuen sich großer Beliebtheit als Geschenk zu vielerlei Anlässen.

In der aktuellen BRAUCHma!-Ausgabe (Nr. 270) gibt es einen ausführlichen Bericht zum Thema Wachsstöckl. Hier können Sie das Magazin BRAUCHma! abonnieren (Jahresabo: 12 Euro, 4 Ausgaben).

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